Elterngeld

Informationen zum Elterngeld

Das Elterngeld ist im Jahr 2014 reformiert worden und zum 1. Juli 2015 treten einige wichtige Änderunge in Kraft, insbesondere das Elterngeld Plus und der Partnerschaftsbonus.

In unserem Ratgeber finden Sie alles, was Sie zum Anspruch auf Elterngeld und Elternzeit wissen müssen. Wir geben u.a. Antwort auf folgende Fragen:
Was versteht man unter Elterngeld?
Wann besteht ein Anspruch auf Elterngeld?
Wie wird das Elterngeld beantragt? Wo gibt es Antragsformulare, was muss ich beim Elterngeld Antrag beachten?

Mit unserem Elterngeld Rechner läßt sich der Elterngeld-Anspruch sofort online berechnen.

FAQ Elterngeld

Wo muss man das Elterngeld beantragen?

Für die Beantragung des Elterngeldes sind in den meisten Bundesländern die Elterngeldstellen der Kreise und kreisfreien Städte zuständig. In kleinen Bundesländern und den Stadtstaaten ist die Landesregierung oder sind die Bezirksämter zuständig. Alle Elterngeldstellen - nach Bundesland sortiert - finden sie auf der Seite Elterngeld beantragen.

Welche Unterlagen müssen dem Elterngeldantrag beigefügt werden?

Dem Elterngeldantrag muss immer die Original-Geburtsurkunde des Kindes beigelegt werden. Wenn der Antragsteller vor der Geburt eine nichtselbständige Tätigkeit ausgeübt haben, müssen Einkommensnachweise aus den 12 Monaten vor der Geburt bzw. vor dem Beginn der Mutterschutzfrist beigefügt werden. Wurde Mutterschaftsgeld bezogen, ist auch ein Nachweis über die Höhe und die Dauer des Mutterschaftsgeldes und des Arbeitgeberzuschusses während des Beschäftigungsverbotes erforderlich.

Ist der Antragsteller ein Nicht-EU-Ausländer, muss eine Kopie des Aufenthaltstitels (z.B. Blue Card, Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis dem Elterngeldantrag als Anlage beigefügt werden.

Bis wann muss der Elterngeldantrag gestellt werden?

Der Elterngeldantrag sollte sofort nach der Geburt gestellt werden. Elterngeld kann rückwirkend höchstens für drei Monate gezahlt werden. Die Drei-Monatsfrist beginnt mit dem Tag, an dem der Elterngeldantrag bei der Elterngeldbehörde eingeht. Der Elterngeldantrag muss also spätestens drei Monate nach dem Beginn des Zeitraums vorliegen, für den Elterngeld beantragt werden soll. Will man also Elterngeld ab der Geburt beziehen, muss der Antrag spätestens 3 Monate nach der Geburt beim Amt eingegangen sein.

Muss die Mutter oder der Vater vor der Geburt des Kindes gearbeitet haben, um das Elterngeld zu erhalten?

Nein. Man kann auch dann Elterngeld erhalten, wenn man in den maßgeblichen 12 Monaten vor der Geburt Ihres Kindes nicht gearbeitet hat. Liegen der sonstigen Voraussetzungen für das Elterngeld vor, so erhält man in jedem Fall den Sockelbetrag in Höhe von 300 € pro Monat. Folglich haben nicht nur Arbeitnehmer oder Selbständig tätige, sondern auch Schüler und Studierende Anspruch auf Elterngeld in Höhe des Mindestbetrages.

Wie lange wird das Elterngeld gezahlt (Bezugsdauer)?

Das Basiselterngeld kann in den ersten 14 Lebensmonaten des neu geborenen Kindes in Anspruch genommen werden. Grundsätzlich kann ein Elternteil es für 12 Monate beanspruchen. Es besteht ein Elterngeldanspruch für zwei weitere Monatsbeträge für die Eltern, von denen auch der andere Elternteil mindestens zwei Monate lang Elterngeld bezieht.

Angerechnet wird auf das Elterngeld der Mutter die Zeit, in der die Mutter Mutterschaftsgeld einschließlich Arbeitgeberzuschuss bezieht, auch, wenn sie für die Dauer der Schutzfrist kein Elterngeld beantragt. Voraussetzung für die Partnermonate beim Basiselterngeld ist, dass auch der andere Elternteil für zwei Monate nicht mehr als durchschnittlich 30 Stunden in der Woche erwerbstätig ist. Außerdem muss sich bei einem der beiden Elternteile das Erwerbseinkommen vermindern.

Beim Elterngeld Plus (ab 1. Juli 2015) sieht die Situation anders aus. Hier kann Elterngeld bis zu 28 Monate bezogen werden. Bezüglich der Einzelheiten sehen Sie auf der Seite Elterngeld Plus nach. Elterngeld Plus ist eine attraktive Möglichkeit für Eltern, die nach der Geburt in Teilzeit arbeiten möchten.

Wie lange erhalten Alleinerziehende Elterngeld?

Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, erhalten beim Basiselterngeld alleine für die vollen 14 Monate Elterngeld, beim Elterngeld Plus die 28 Monate. Voraussetzung ist allerdings, dass das Kind allein bei dem Elternteil in der Wohnung lebt, dem die alleinige elterliche Sorge oder das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zusteht. Hat der Elternteil eine einstweilige Anordnung erwirkt, mit der ihm zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht vorläufig zur alleinigen Ausübung übertragen worden ist, gilt das Gleiche.

Leben die Eltern in einer gemeinsamen Wohnung, sind diese Voraussetzungen nicht gegeben.

Wie können die Eltern den Elterngeldanspruch untereinander aufteilen?

Hier muss wieder zwischen dem Basiselterngeld und dem Elterngeld Plus (ab Juli 2015) unterschieden werden. Beim Basiselterngeld gibt es bis zum 14. Lebensmonat des Kindes für jeden Monat einen Monatsbetrag, insgesamt also maximal vierzehn. Den Eltern steht es frei, die Anzahl der Monatsbeträge bis auf die zwei Partnermonate frei untereinander aufzuteilen. Sie können das Elterngeld nacheinander oder auch gleichzeitig in Anspruch nehmen. Wird Elterngeld gleichzeitig bezogen, so reduziert sich selbstverständlich die Laufzeit entsprechend.

Beim Elterngeld Plus können die Eltern ebenfalls die Elterngeldmonate untereinander verteilen. Es stehen maximal 24 Bezugsmonate sowie die 4 Partnermonate zur Verfügung. Die Basiselterngeldmonate können ebenfalls mit den Elterngeld-Plus-Monaten kombiniert werden.

Welches Einkommen zählt für die Berechnung des Elterngeldes?

Die Höhe des Elterngeldes wird aus dem durchschnittlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt errechnet. Zum Einkommen aus Erwerbstätigkeit zählen Einkünfte aus einer Arbeitnehmertätigkeit (nichtselbständige Tätigkeit), aus einer selbständigen bzw. freiberuflichen Tätigkeit, aus Gewerbetrieb und Land- und Forstwirtschaft. Andere Einkünfte, die nicht aus einer Erwerbstätig herrühren, etwa Zinseinkünfte oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung werden nicht berücksichtigt. Das Einkommen des anderen Elternteils spielt für die Höhe des eigenen Elterngeldes keine Rolle. Zum Einkommen aus Erwerbstätigkeit zählt auch der Verdienst aus einem 450-Euro-Job ( Minijob).

Nicht berücksichtigt bei der Ermittlung des Erwerbseinkommens vor der Geburt werden Einmal-, Sonderzahlungen wie z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Jubiläumszuwendungen.

Für den, der vor der Geburt erwerbstätig, aber nicht selbständig tätig war, also Arbeitnehmer, wir das Elterngeld aus dem Einkommen aus den zwölf Monaten vor der Geburt errechnet. Für diejenigen Antragsteller, die dagegen (auch) selbständig tätig waren, zählt bei der Berechnung von Elterngeld das Einkommen aus dem letzten steuerlichen Veranlagungszeitraum, der vor der Geburt des Kindes geendet hat. Es muss der entsprechende Steuerbescheid als Nachweis dem Elterngeldantrag beigelegt werden.

Maßgeblich für die Einkommensermittlung ist immer das Nettoeinkommen. Für die Berechnung desselben werden ab dem 1. Januar 2013 nicht mehr die tatsächlich gezahlten Steuern und Sozialabgaben abgezogen, sondern gesetzlich festgelegte Pauschalen, die den tatsächlichen Abzügen ungefähr entsprechen. Grund: der Elterngeldantrag kann einfacher und schneller bearbeitet werden.

Muss man 12 Monate vor der Geburt erwerbstätig gewesen sein, um einen Anspruch auf Elterngeld zu haben?

Nein. Allerdings gilt, dass je kürzer der Zeitraum war, in dem im Jahr vor der Geburt Erwerbseinkommen erzielt wurde, desto geringer fällt das Elterngeldanspruch aus.

Welche Höhe hat das Elterngeld?

Hatte man in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes keine Einkünfte aus Erwerbstätigkeit erzielt, so bekommt man als Elterngeld den Mindestbetrag von monatlich 300 Euro.

Wird das Elterngeld aus einem vorangegangenen Erwerbseinkommen berechnet, so beträgt es regelmäßig 67 % Ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens aus dem 12-Monatszeitraum vor der Geburt bzw. vor der Mutterschutzfrist. Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss sowie beamtenrechtliche Bezüge werden auf das Elterngeld angerechnet.

Nettoeinkommen unter 1000 Euro

Wenn das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen in dem 12-Monatszeitraum vor der Geburt weniger als 1.000 Euro betrug, so erhöht sich der normale Prozentsatz von 67 % wie nachfolgend beschrieben: Es wird die Differenz des durchschnittlichen Einkommens vor der Geburt zu 1000 Euro berechnet. Diese Differenz wird durch 2 geteilt und mit 0,1 multipliziert. Das Ergebnis ist der Prozentsatz, der zu den 67 Prozent hinzugerechnet wird.

Beispielrechnung
-- Durchschnittliches Einkommen vor Geburt: 600 €
-- Differenz zu 1.000 €: 400 €
-- 400 : 2 x 0,1 = 20 %
-- 67 % + 20 % = 87 %
-- zustehendes Elterngeld: 87 % von 600 € = 522 €

Nettoeinkommen zwischen 1.200 und 1.240 Euro

Wenn das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen in dem 12-Monatszeitraum vor der Geburt zwischen 1.200 € und 1.240 € liegt, so reduziert sich der Prozentsatz von 67 % wie nachfolgend beschrieben.

Beispielrechnung
-- Durchschnittliches Einkommen vor Geburt: 1.220 €
-- Differenz zu 1.200 €: 20 €
-- 20 : 2 x 0,1 = 1 %
-- 67 % - 1 % = 66 %
-- zustehendes Elterngeld: 66 % von 1.220 € = 805,20 €

Nettoeinkommen über 1240 Euro

Wenn das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen in dem 12-Monatszeitraum vor der Geburt 1.240 € oder mehr, beträgt das Elterngeld 65 % dieses Einkommens.

Ist das Einkommen so hoch, das die sogenannte "Reichensteuer" an das Finanzamt gezahlt werden muss, hat keinen Anspruch auf Elterngeld. Das ist allerdings nur für Alleinerziehende relevant, die im Kalenderjahr vor der Geburt mehr als 250.000 Euro versteuern mussten, und für gemeinsam erziehende Eltern, die zusammen mehr als 500.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hatten.

Werden Geschwisterkinder bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt?

Familien mit mehr als einem Kind erhalten einen Geschwisterbonus.

Der Geschwisterbonus beträgt Prozent des errechneten Elterngeldes, mindestens jedoch 75 € im Monat. Wenn lediglich ein Anspruch auf den Mindestbetrag in Höhe von 300 Euro Elterngeld besteht, erhöht sich dieser also durch den Geschwisterbonus auf 375 €. Bei zwei Kindern im Haushalt ist der Anspruch auf den Geschwisterbonus solange gegeben, bis das ältere Geschwisterkind drei Jahre alt ist. Leben drei und mehr Kinder im Haushalt, so ist es ausreichend, wenn mindestens zwei Kinder das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Mit dem Ende des Monats, in dem das ältere Geschwisterkind seinen dritten bzw. sechsten Geburtstag vollendet, entfällt der Geschwisterbonus. Die Altersgrenze für den Geschwisterbonus bei behinderten Kindern (GdB mindestens 20) liegt bei jeweils 14 Jahren.

Wie hoch ist das Elterngeld bei Mehrlingsgeburten?

Zusätzlich zum errechneten Elterngeld werden für jeden Mehrling 300 € gezahlt. Daneben besteht ein Anspruch auf den Geschwisterbonus, wenn bereits ältere Kinder im Haushalt leben.

Kann man in Teilzeit arbeiten, während man Elterngeld bezieht?

Die Antwort lautet: ja, sehr gerne sogar. Um einen frühen Berufseinstieg für Eltern zu ermöglichen, wurde das neue Elterngeld Plus eingeführt (ab dem 1. Juli 2015). Es ermöglicht es, den Bezug des Elterngeldes auf bis zu 28 Monate auszudehnen, da sich durch eine Teilzeitbeschäftigung das Elterngeld reduziert (Anrechnung). Als Ausgleich steht nun ein längerer Bezugszeitraum zur Verfügung.

Während man Elterngeld bezieht, darf man wöchentlich bis zu 30 Stunden arbeiten. Die dabei erzielten Einkünfte werden bei der Bemessung des Elterngeldes berücksichtigt (aber längerer Bezugszeitraum durch das Elterngeld Plus).

Wie wirkt sich das Einkommen aus einer Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezuges aus?

Einkommen aus einer abhängigen Teilzeittätigkeit (Arbeitnehmertätigkeit) während des Elterngeldbezuges wird ebenso angerechnet, wie mögliche Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft. Angerechnet werden auch so genannte Entgeltersatzleistungen, wie etwa Arbeitslosengeld oder, Krankengeld).

Angerechnet wird wie folgt: Es wird die Differenz des durchschnittlichen Einkommens vor der Geburt und nach der Geburt berechnet. Aus dieser Differenz wird das Elterngeld mit 67 Prozent berechnet.

Beispielrechnung
-- Durchschnittliches Einkommen vor der Geburt: 2.200 €
-- abzüglich voraussichtliches durchschnittliches Einkommen nach der Geburt 1.200 €
-- Differenz: 1000 Euro
-- davon 67 % = zustehendes Elterngeld 670 Euro

Wird das Elterngeld auf Hartz 4 angerechnet?

Ja, Elterngeld wird auf Hartz 4 angerechnet. Ausnahme: Derjenige, der vor der Geburt gearbeitet und nur ergänzend Arbeitslosengeld 2 bezogen hat, bekommt einen Teil des Elterngelds zusätzlich zur Hartz 4 Leistung. Dieser Teil entspricht der Höhe des durchschnittlichen Monatseinkommens vor der Geburt, beträgt aber höchstens 300 Euro.

Beispielrechnung
-- Nach der Geburt besteht Anspruch auf Elterngeld in Höhe des Mindestbetrags von 300 Euro ; außerdem besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld 2
-- Von dem Elterngeld bleiben 250 Euro (= durchschnittliches monatliches Erwerbseinkommen vor der Geburt) anrechnungsfrei; die restlichen 50 € werden auf das Arbeitslosengeld 2 angerechnet.

Wo gibt es Antworten auf Fragen zum Thema Elternzeit?

Antworten zum Thema Elternzeit finden Sie auf unserer Seite Elternzeit.

Betreuungsgeld

Ab dem 1. August 2013 gibt es neben dem Elterngeld das neue Betreuungsgeld für Kinder bis zu drei Jahren. Das Wichtigste zur Höhe und zum Anspruch auf Betreuungsgeld sowie die Abgrenzung zum Elterngeld finden Sie hier.

Elternzeit

Väter und Mütter, die berufstätig sind, sollen Zeit für die Betreuung ihrer kleinen Kinder erhalten. Die Elternzeit gewährt ihnen diese Möglichkeit für die Dauer von bis zu drei Jahren. Es gilt ein spezifischer Kündigungsschutz. Die Elternzeit ist juristisch vom Elterngeld klar getrennt.

Nach der Geburt: Elterngeld beantragen

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News Ticker

28.11.14: Bundesrat lässt Elterngeld Plus passieren
Durch das Elterngeld Plus, den Partnerschaftsbonus und eine Flexibilisierung der Elternzeit sollen Eltern zukünftig besser darin unterstützt werden, ihre Vorstellungen einer partnerschaftlichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verwirklichen. Wenn Mutter oder Vater nach der Geburt eines Kindes in Teilzeit arbeiten, können sie ab Mitte 2015 bis zu 28 Monate lang Elterngeld beziehen. Gegenwärtig ist die Bezugszeit noch auf 14 Monate beschränkt. Zudem ist ein Partnerschaftsbonus vorgesehen: Wenn sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes teilen und parallel nur zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten, können sie das Elterngeld Plus vier Monate zusätzlich erhalten.

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November 2014: Elterngeld Plus vom Bundestag verabschiedet

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