Der Ratgeber zum Elterngeldantrag

Wo wird das Elterngeld beantragt?

Das Elterngeld ist zwar eine Leistung des Bundes, d. h., die Leistung wird aus dem Finanztopf des Bundes gezahlt. Den einzelnen Bundesländern obliegt aber die Verwaltung des Elterngeldes. Das Elterngeld muss also bei der jeweils zuständigen Landesbehörde beantragt werden. Auch die Elterngeldantragsformulare sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Nachfolgend finden sie alle Antragsformulare für alle Bundesländer zum Download.

Ab wann kann das Elterngeld beantragt werden?

Elterngeld gibt es nach dem Elterngeldgesetz für Kinder, die ab dem 1. Januar 2007, 0.00 Uhr geboren werden. Für die vor dem 1. Januar 2007 geborenen oder mit dem Ziel der Adoption aufgenommenen Kinder sind die Vorschriften des ersten und dritten Abschnitts des Bundeserziehungsgeldgesetzes in der bis zum 31. Dezember 2006 geltenden Fassung weiter anzuwenden: Die Eltern dieser Kinder können Erziehungsgeld erhalten. Ein Anspruch auf Elterngeld besteht nicht.

Das Elterngeld kann erst ab der Geburt beantragt werden. Dann hat man allerdings drei Monate Zeit zur Antragstellung, denn das Elterngeld wird bis zu 3 Monaten rückwirkend gewährt.

Wo muss Elterngeld beantragt werden?

Die einzelnen Bundesländer sind für die Auszahlung des Elterngeldes zuständig. Aus diesem Grunde sind die Antrags- und Beratungsstellen von Land zu Land unterschiedlich. Alle Adressen finden Sie als Download auf unserer Seite bei den jeweiligen Bundeländern.

Formulare für das Elterngeld gibt es auch bei vielen Gemeinden, Geburtskliniken, Hebammen und Krankenkassen. In manchen Bundesländern kann der Antrag auch online gestellt werden.

Welche Bescheinigungen müssen dem Antrag auf Elterngeld beigelegt werden?

Erklärung zum Einkommen

Das Wichtigste ist die "Erklärung zum Einkommen". Dieses Formular liegt den Antragsunterlagen bei. Angestellte Mütter oder Väter benötigen die Lohn- oder Gehaltsabrechnung des Arbeitgebers für alle zwölf Monate vor der Geburt des Kindes (ohne Mutterschaftsgeld). Selbständige benötigen den Steuerbescheid oder die Einnahmen- Überschussrechnung.

Weitere Unterlagen für den Antrag

- Geburtsurkunde des Kindes

- Bescheinigung der Krankenkasse, ob Mutterschaftsgeld bezogen wurde

- Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld

- Bestätigung des Arbeitgebers über die Arbeitszeit nach der Geburt

- Ausländische Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern benötigen eine Bestätigung der Ausländerbehörde über ihre Niederlassungs- oder Aufenthaltserlaubnis.

Gemeinsamer Antrag bei Partnermonaten?

Wenn der andere Elternteil Partnermonate nehmen will, können beide Elternteile gleichzeitig Elterngeld beantragen. Möglich ist aber auch, dass vorerst nur einer den Antrag stellt und der andere seine Ansprüche lediglich anmeldet. Dann muss er später aber einen eigenen Antrag stellen.

Antrag für zweites Kind während der Elternzeit

Diejenigen Mütter oder Väter, die mit einem ersten Kind in Elternzeit und nicht berufstätig sind, benötigen keinen Einkommensnachweis, weil sie im Jahr vor der Geburt nichts verdient haben. Um den Geschwisterbonus zu erhalten, müssen sie die Geburtsurkunde des älteren Kindes vorlegen.

Antrag bei 450 Euro Job

Wer einen 450 Euro Job ausübt, muss ebenfalls sein Einkommen nachweisen. Man kann sich eine Bestätigung der Knappschaft besorgen, bei der man als 450 Euro Jobber angemeldet ist. Möglich ist es aber auch, dass der Arbeitgeber seine Gehaltszahlungen nachweist.

Verhältnis zum Erziehungsgeld, zum ALG II, Wohngeld, Unterhalt, Kinderzuschlag und zur Sozialhilfe

Das Elterngeld tritt an die Stelle des Erziehungsgeldes.

Beim Mutterschaftsgeld tritt keine Änderung ein. Beim ALG II, der Sozialhilfe, bei Unterhalt, Wohngeld und Kinderzuschlag wird das Elterngeld oberhalb des Mindestbetrages von 300 Euro als Einkommen berücksichtigt, bis 300 Euro (das ist der Mindestbetrag) ist es anrechnungsfrei.

Elterngeld bei Selbständigkeit

Selbstständige erhalten Elterngeld genau wie Arbeitnehmer. Bei ihnen wird der durch die Betreuung des Kindes wegfallende Gewinn in Höhe von 67% ersetzt. Die Gewinnermittlung wird wie in den Fällen eins ALG II - Bezugs berechnet. Unterschiedliche Nachweise, etwa auch Steuererklärungen, sind möglich.

Elterngeld und Steuern

Das Elterngeld ist ein Teil des Einkommens und bestimmt deshalb die Höhe des Steuersatzes mit. Es ist progressionsrelevant.

Elterngeld und Sozialabgaben

Das Elterngeld ist sozialabgabenfrei. Es werden also darauf keine Beiträge für die Sozialversicherung erhoben. Privat Versicherte müssen allerdings ihre Beiträge selbst weiter bezahlen. Dies war auch schon zu Zeiten des Erziehungsgeldes so.

Mehrlingsgeburten

Bei Mehrlingsgeburten gibt es ein erhöhtes Elterngeld. Das bedeutet es gibt je 300 Euro für das zweite und jedes weitere Kind zusätzlich zum Elterngeld in Höhe von mindestens 67 % des bisherigen Erwerbseinkommens oder zum Mindestbetrag von 300 Euro.

Pro Kind sind grundsätzlich auch jeweils bis 300 Euro anrechnungsfrei, d.h. sie werden zusätzlich zu anderen Sozialleistungen gewährt.