Dauer: Wie lange kann Elterngeld bezogen werden?

Wie lange der Anspruch auf Elterngeld besteht, ist gesetzlich ab dem 1. Juli 2015 neu geregelt, und zwar in § 4 Elterngeldgesetz: Art und Dauer des Bezugs. Wir stellen den Inhalt der Regelung vor.

Bezugsdauer des Elterngeldes

Basiselterngeld

Das "normale" Elterngeld wird als Basiselterngeld bezeichnet.

Die Bezugsdauer des Elterngelds als Basielterngeld beträgt grundsätzlich 14 Monate ab der Geburt des Kindes. Wenn zwei Eltern für die Betreuung des Kindes zur Verfügung stehen, kann ein Elternteil für einen Zeitraum von höchstens 12 Monate Elterngeld beantragen. Die anderen zwei Monate "gehören" dem anderen Elternteil des Kindes, falls er seine Erwerbstätigkeit reduziert. Die Partnermonate werden als Bonus behandelt.

Neben dem Bundeselterngeld kann in einigen Bundesländern noch zusätzlich Landeserziehungsgeld beansprucht werden, nämlich in Bayern, Sachsen und Thüringen.

Wichtig: Es erfolgt eine Anrechnung von 8 Wochen Mutterschaftsgeld einschließlich Arbeitgeberzuschuss auf 2 Monate der Elterngeldleistung für die Mutter. Grund: beide Leistungen dienen dem gleichen Zweck. Fazit: durch den Bezug der Mutterschaftsleistungen wird der Bezugszeitraum des Elterngelds nicht verlängert.

Elterngeld Plus

In § 4 Abs. 3 Elterngeldgesetz ist geregelt, dass der Bezugszeitraum des Elterngeldes ab dem 1. Juli 2015 auf bis zu 24 Monate ausgedehnt werden kann. Genauer: dass die berechtigte Person, statt für einen Monat Elterngeld zu beanspruchen, jeweils zwei Monate ein Elterngeld beziehen kann (Elterngeld Plus). Das Leistungsvolumen bleibt jedoch gleich (wie bei einem 12 Monate dauernden Bezug). Eine Betreuungsperson kann somit bis zu 24 Monate lang ein hälftiges Elterngeld erhalten, eine alleinerziehende Betreuungsperson bis zu 28 häftige Monatsbeträge - falls (s.o.) kein Anspruch auf Mutterschaftsgeld einschließlich Arbeitgeberzuschuss gegeben ist. Bei einem Anspruch auf Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss verringert sich die Zahl der noch verfügbaren Elterngeldbeträge verhältnismäßig. Im Fall einer Alleinerziehung würden also bei 8 Wochen Mutterschaftsgeld nach den zwei ersten vollen Elterngeldmonaten noch 24 Monate mit hälftigem Elterngeld zur Verfügung stehen.

Auch die Partnermonate können erweitert werden. Ein Paar kann bis zu maximal 28 hälftige Monatsbeträge von Elterngeld erreichen.

Hier finden sich die Neuregelungen bei einer Teilzeittätigkeit während des Elterngeldbezugs, das sogenannte Elterngeld Plus.

Verteilung des Elterngeldes bei Partnerschaften

Die Erziehungspartner haben die Möglichkeit, die Monate bis auf die zwei Partnermonate frei untereinander aufzuteilen. Für jeden Monat steht ihnen ein Monatsbetrag zu, insgesamt somit höchstens 14 Monatsbeträge Basiselterngeld.

Einer der Partner kann beispielsweise die vollen 12 Monatsbeträge, dann der andere die 2 weiteren Monatsbeträge in Anspruch nehmen, oder beide Partner können sich die Monatsbeträge gleichzeitig auszahlen lassen. Folge ist dann allerdings, dass sich die Zahl der Monate entsprechend verringert. Wenn beispielsweise beide Eltern in den ersten 7 Monaten gleichzeitig Elterngeld erhalten, sind die Beträge für 14 Monate verbraucht.

Elterngeld und Mehrkindfamilien

Bei Mehrkindfamilien, also in Familien, in denen Geschwisterkinder in kurzer Folge geboren werden, gibt es besondere Regelungen. Wenn das Einkommen nach der Geburt eines Kindes gesunken ist und innerhalb von 24 Monaten ein weiteres Kind geboren wird, besteht zusätzlich zum neuen Elterngeld ein Anspruch auf einen sog. Geschwisterbonus.

Der Geschwisterbonus wird berechnet aus dem Vergleich der jeweils nach dem Einkommen vor der Geburt maximal möglichen Elterngelder für das ältere und für das jüngere Kind. Um den hälftigen Teil des Unterschiedsbetrages wird das Elterngeld des jüngeren Kindes erhöht - dies ist der Geschwisterbonus beim Elterngeld.

Ausnahme: 14 Monate Basiselterngeld für ein Elternteil

Ausnahmsweise kann ein Elternteil für 14 Monate Elterngeld beziehen. Dann müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Kindeswohlgefährung

Die Betreuung durch den anderen Elternteil hätte eine Gefährdung des Kindeswohls zur Folge.

Unmöglichkeit

Die Betreuung durch den anderen Elternteil ist unmöglich. Das ist der Fall, wenn der andere Elternteil schwer erkrankt ist oder schwerbehindert ist und deshalb sein Kind nicht betreuen kann. Nicht unter das Tatbestandsmerkmal Unmöglichkeit fallen wirtschaftliche Gründe oder eine Verhinderung wegen anderweitiger Tätigkeiten.

Partnerschaftsbonus

Im Rahmen des Partnerschaftsbonus steht einem Elternteil Elterngeld für 14 Monate zu, wenn folgende Punkte zutreffen:

  • Der das Kind betreuende Elternteil hat die alleinige elterliche Sorge oder zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht inne. Es reicht, wenn ihm eines dieser Rechte mittels einer einstweiligen Anordnung zuerkannt worden sind.
  • Es besteht bei dem Elternteil eine Minderung seines Einkommens aus Erwerbstätigkeit.
  • Der andere Elternteil lebt nicht mit ihm und auch nicht mit dem Kind in einer gemeinsamen Wohnung.